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Lehm als Baustoff

Produktion am Inn


Der Lehm ist ein Naturprodukt und kommt nicht in gleichbleibender Qualität vor. Um den Lehm als Baustoff einzusetzen, wird dieser mit ausgewählten Sanden und Naturfasern vergütet. Wir stellen drei verschiedene Lehme [381 KB] her, die je nach Anforderungen eingesetzt werden. Seit 2006 beschäftigen wir uns nun mit der Mischung des Lehms mit foldender Geschichte hierzu:


Im Jahr 2006 bis 2007 haben wir - im Rahmen der Natur&Lehm - den damaligen Produktionsstandort in Niederösterreich verifiziert und sind zum Ergebnis gekommen, dass eine neue Produktionsanlage erforderlich sei, um die geforderte Qualität zu erreichen.

Im Jahr 2008 wurde daher eine mobile Produktionsanlage für Lehmputze und -spachtelmassen in Niederösterreich (Krems bzw. Neunkirchen) in Betrieb genommen. Die Tone, Sande und Fasern wurden angeliefert, gemischt und abgefüllt. Die Rohstoffe wurden aus dem Westen nach Niederösterreich geliefert und das fertige Material, dann wieder zurück transportiert. War noch nicht ganz sinnvoll.

Im Jahr 2011 wurde die Produktion aus diesem Grund nach Oberösterreich (Molln - weiter im Westen) verlegt. Der Vorteil an diesem Standort war, dass dort vor Ort die verwendeten Sande abgebaut wurden und somit ein wesentlicher Transportweg weggefallen ist. Tone und Fasern wurde weiterhin angeliefert. Wir mussten noch immer relativ viel zuführen und transportieren.

Ab dem Jahr 2016 werden die verschiedenen Lehme nun im neu errichteten Werk der Fa. Egginger in Ering am Inn – direkt an der deutsch-österreichischen Grenze - produziert. Der Naturlehm wird aus einer nur 5km entfernten Lehmgrube ausgebaggert und dann ins Werk transportiert. In einem Glasgebäude (vergleichbar mit einem gläsernes Gewächshaus) erfolgt die Trocknung in einem innovativen Verfahren. Der dünn aufgeschüttete Naturlehm wird durch das Darüberstreichen von trockener, warmer Luft schonend getrocknet. Hierzu wird keine technische Wärmequelle eingesetzt, sondern völlig CO2-neutral die Energie der Sonne genutzt.
Der trockene Naturlehm wird erst fein zermahlen um dann mit ausgewählten Sanden und Naturfasern zu unseren Lehmen (UNI1,8, OP1, UP2) vergütet, um die geforderte Qualität zu erreichen und dann abgefüllt.

 

Rohrkolben (Typha)

Wir arbeiten laufend an einer Verbesserung der Lehme - auch in Bezug auf die Verarbeitbarkeit durch die Zugabe von Naturfasern. Das Ziel ist es, hierdurch die Standfestigkeit bei der Verarbeitung zu erhöhen und das Schwindungsmaß bei der Trocknung zu reduzieren. Im Rahmen eines EU-Projektes der Natur&Lehm im Jahr 2007 wurde festgestellt, dass die optimale Faser hierfür das "Flugorgan" des Rohrkolbens (Typha) ist.

Der natürliche Standort der Rohrkolben ist auf feuchten Böden in der Röhrichtzone von Seen, Teichen, Sümpfen sowie entlang von langsam fließenden Gewässer. Diese Orte haben etwas gemeinsam - einen Lehmboden, ansonsten würde dort kein Wasser sein.

 

Rohrkolben (Typha) - Flugorgane

Quelle: Wikipedia / Rohrkolben

Die Ausbreitung erfolgt unter anderem durch den Wind. Dabei dienen die feinen Perigonhaare als Flugorgane und transportieren den Samen mit sich. Erst wenn das Flugorgan des Rohrkolben Kontakt mit feuchtem Lehm bekommt - verkrallt es sich und der Samen kann anwachsen.

Im Werk in Ering am Inn besteht nun aufgrund des abgestimmten Produktionsablaufes die Möglichkeit die Flugorgane des Rohrkolbens beim BiosLehm Uni1,8 [381 KB] einzumischen. Wenn der UNI1,8 mit Wasser angemischt wird, verkrallen sich die eingemischten Flugorgane des Rohrkolbens mit dem Lehm und die Standfestigkeit bei der Verarbeitung wird um ein vielfaches erhöht. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn der Lehm sehr plastisch verarbeitet wird. Bei der Trocknung helfen die Faser das Schwindungsmaß zu reduzieren.

Bei den anderen beiden Lehmen werden derzeit folgende Fasern eingemischt: BiosLehm OP1 [381 KB] mit Zellulosefasern; BiosLehm UP2 [381 KB] mit gehäckselten Strohhalmen.