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Lehm als Abdichtung

Wassernutzung


Ab 1999
haben wir begonnen Wasseradern aufzuzeigen und in der Folge zu überlegen wie die Wassernutzung (=Brunnen- und Teichbau) möglich ist. Es gibt hierzu eine Jahrtausende lange Erfahrung in Europa - die unter anderem eine Geschichte zum Lehm als Abdichtung ist.

Warum wurde der Lehm nun als Abdichtung eingesetzt?
Der Lehm speichert zuerst Wasser und dann dichtet er ab. Verantwortlich für diesen Effekt ist die Zusammensetzung des Lehms (=Mischung aus Ton und Sand). Der Ton ist ein Schichtsilikat, das Wasser einlagern kann und dabei aufquillt. Wenn nun ausreichend, Ton in der Lehmmischung ist - quillt der Lehm so auf, dass die flüssigen Wassermoleküle nicht mehr durchdringen können und der Lehm dichtet dann ab. Ein ganz anderer Zugang als die Abdichtung mit einer Folie oder Dichtbeton.

Welcher Zugang ist für die Wasserspeicherung nun besser - abdichten mit Folie oder mit Lehm?
Es kommt darauf an, was man erreichen will! Der Bau mit Folie bringt den Vorteil, dass defakto überall gebaut werden kann, der Bauablauf ist definierbar und relativ einfach. Beim Lehm ist dies komplizierter - beim Bau muss auf die natürlichen Gegebenheiten eingegangen werden. In der Nutzungsphase sind beim Folienteich dann jedoch viel mehr Maßnahmen - als beim Naturteich - zu setzen, um das gespeicherte Wasser in seiner Qualität zu erhalten.

Warum ist dies so?
Würde es seit zig Jahrtausenden schon Folienteiche geben, hätte sich die Natur hierauf eingestellt und Ökosysteme wären entstanden. Hat es aber nicht gegeben, damit gibt es keine passenden Ökosysteme, damit muss in der Nutzungsphase mehr gemacht werden, um das Wasser auf Dauer unter Beibehaltung seiner Qualität zu speichern.

Ab 2005 haben wir im Brunnen- und Teichbau daher nur noch Abdichtungen zur Gänze mit Lehm oder als innenliegende Dichtebene umgesetzt bzw. empfohlen. Auf Dauer ist unserer Meinung nach die Erhaltung des Ökosystems in einem Folienteich zu instabil, da zu betreuungsintensiv.